Gesegnete Weihnachten

Krippe im Kloster in Trier-Heiligkreuz

Wir sehen die Hl. Familie einen Hirten und den Esel in einem Stall, der von Sr. Christina gebaut wurde. Maria und Josef sind mit gefalteten Händen in inniger Liebe dem Kind zugewandt, welches für uns der Retter geworden ist. „Kommt lasset uns anbeten“ heißt es in einem alten Weihnachtslied, diese Geste der Anbetung wird bereits in der Haltung der Eltern Jesu deutlich.

 Fest hält der kleine Hirte sein Schaf im Arm. Jesus wird später von sich sagen: „Ich bin der gute Hirt. Der gute Hirt gibt sein Leben hin für die Schafe.“ (Joh 10,11) Auch der Esel schaut so, als würde er das Geheimnis dieser Nacht verstehen. Dem Kind zugewandt, den Blick geneigt, die Ohren gespitzt, in sich gekehrt und dennoch hellwach. Ahnt er schon die kommende Gefahr? Kaum waren die Könige weg, erschien Josef im Traum ein Engel Gottes und forderte ihn auf nach Ägypten zu fliehen. Der Esel wird in der Weihnachtsgeschichte nicht erwähnt, aber für die Menschen der damaligen Zeit war es selbstverständlich, dass die Heilige Familie von diesem Lasttier begleitet wurde. Flucht, die Heimat verlassen, ein aktuelles Geschehen auch in unserer Zeit.

Hirt und Lastenträger, beides auch Namen für Jesus.

M. Hermenegildis Visarius berichtet uns:

 „Die letzten Weihnachten 1917 waren für Schwester Blandine besonders gnadenreich. Um ihrer Mitschwester eine Freude zu machen, schrieb sie ihr – als letztes – Zwiegespräch auf, das sie in der Hl. Nacht mit Jesus gehalten hat. Hier heißt es unter anderem unter der Fragestellung

Was sagt mir das Kind in der Krippe?

„Gib mir deine Sorgen, deine Angst und deine Betrübnis! Lege dein müdes Haupt in meine kleinen Hände und vertraue, daß ich dein Stab und deine Stütze, dein Gott und dein Vater bin und daß ich deine Angelegenheiten führen will. Ich will dich auf meinen Armen tragen, und du sollst an meinem Herzen ruhen und Tod und Hölle nicht fürchten.“

Legen wir also auch im kommenden Jahr 2022 unsere Sorgen, unsere Angst und unsere Betrübnisse in die Hände dessen, der unser Hirte und Beschützer ist.